KONTROVERSE KLIMASCHUTZ

Neben dem Deaf Magazine war heute auch die Redaktion vom Blog „Politik Orange“ vor Ort auf dem Zukunftskongress. Wir freuen uns sehr, den folgenden Kommentar von Nathalie Bockelt zum Klimaschutz-Panel mit der Bundesumweltministerin mit Euch zu teilen:

„Act now, not tomorrow“ – mit diesem Appell eröffnete die Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks am Morgen die Paneldiskussion zu Klimaschutz und nachhaltiger Entwicklung. Denn trotz vermeintlich hoher Motivation bleibt die internationale Gemeinschaft bisher weit hinter ihren selbstgesteckten Zielen zurück. Wann folgen den Worten endlich Taten?

Klimaschutz – ein schwieriges Unterfangen
In vielen Ländern zeigen sich bereits heute die Auswirkungen des Klimawandels: Immer wieder bestimmen Bilder von Klimakatastrophen die Berichterstattung. Eine entschiedene internationale Antwort darauf steht jedoch noch aus. Vor allem die Großmächte USA und China hatten sich bisher geweigert, ihre CO2-Emissionen zu reduzieren. Deren Anteil an den weltweiten Emissionen beträgt immerhin 40 Prozent. Die Einigung der Staatschefs beider Länder auf dem Gipfel der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (APEC) Anfang November lobte die Bundesumweltministerin daher als „wichtigen Schritt“.

Große Ambitionen und kritische Fragen
Denn auch Hendricks hat sich in ihrer bisherigen Amtszeit ehrgeizige Ziele gesteckt. Zum einen will die Bundesumweltministerin die deutschen CO2-Emissionen bis zum Jahr 2030 halbieren. Zum anderen strebt sie an, den Anteil erneuerbarer Energien von aktuell 28,5 auf bis zu 60 Prozent im Jahr 2050 zu steigern. Hendricks bemüht sich offensichtlich, der deutschen Vorreiterrolle in Sachen Klimaschutz gerecht zu werden.

Problematisch bleibt allerdings weiterhin die Braunkohleförderung, die von Umweltschützern seit langem als klimaschädlich kritisiert wird. Laut einem Hintergrundpapier des Umweltbundesamts machen Stein- und Braunkohle immer noch 45 Prozent der Bruttostromversorgung aus. Dabei wäre ein baldiger Abschied von der Kohle nicht nur notwendig, sondern auch möglich. Große Energiekonzerne wie Vattenfall planen bereits, ihr Braunkohlegeschäft in Deutschland einzustellen. Es ist höchste Zeit zu handeln, besonders auf internationaler Ebene.

Neue Hoffnungen für Paris
Im Hinblick auf die Klimakonferenz in Paris Ende 2015 zeigte sich die Bundesumweltministerin deshalb zuversichtlich. Dort soll das im Jahr 2012 abgelaufenen Kyoto-Protokoll durch einen neuen verbindlichen Klimavertrag abgelöst werden. Dieser wird neben den Industriestaaten auch die Entwicklungsländer in die Verantwortung mit einbeziehen. In Stein gemeißelt ist allerdings noch nichts. Erst auf dem Klimagipfel in Paris wird sich zeigen, wie viel den beiden Großmächten USA und China der Klimaschutz wirklich bedeutet. Bis dahin bleibt nicht mehr als Zuversicht.

 

Katastrophe und Inklusion

Wir haben nachgefragt

Da die Zeit während des Panels leider für unsere Frage nicht mehr gereicht hat, haben wir die Bundesumweltministerin kurz nach dem Panel sprechen können, um Sie für das Thema Inklusion im Bereich Umweltkatastrophen zu sensibilisieren.

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